Tierhaltung an LMU und Klinikum

Die LMU und das LMU Klinikum haben in den vergangenen Jahren damit begonnen, ihre Versuchstierhaltungen in modernen Neubauten zusammenzulegen. Auch die derzeit betriebenen 20 Tierhaltungen werden weiterhin reduziert.

Zahlen & Fakten

  • Die LMU und das Klinikum der Universität München betreiben derzeit 20 Versuchstierhaltungen. Diese sollen künftig reduziert und in modernen Gebäuden gebündelt werden.

  • Rund 110 ausgebildete Tierpflegerinnen und Tierpfleger sowie Hilfskräfte kümmern sich um unsere Tiere. Sie nehmen regelmäßig an Fortbildungen teil; dafür hat die LMU eine eigene Fortbildungsreihe eingerichtet.

  • Die Tierhaltungen werden aktuell von 23 Personen geleitet, darunter 17 Tierärztinnen und Tierärzte sowie Fachtierärztinnen und Fachtierärzte für Versuchstierkunde. Darüber hinaus begleiten 20 Tierschutzbeauftragte die Arbeit mit den Tieren und beraten alle Mitarbeitenden zur weiteren Verbesserung der Haltungs- und Versuchsbedingungen. 19 von ihnen sind Fachtierärztinnen und -tierärzte mit entsprechender Spezialisierung in Versuchstierkunde oder Tierschutz. Gemeinsam mit den Leitungen der Tierhaltungen stellen sie eine durchgehende tierärztliche Betreuung sicher. Auch für diese Gruppen bietet die LMU eine eigene Fortbildungsreihe an.

  • In unseren Einrichtungen werden derzeit 15 verschiedene Tierarten gehalten, vor allem Mäuse und Zebrafische. Die Vielfalt ist erforderlich, da sich die Tierarten unterschiedlich gut für bestimmte wissenschaftliche Fragestellungen eignen. So spiegeln etwa Hamster eine Infektion des Menschen mit dem COVID-Virus sehr genau wider, während das Herz-Kreislauf-System des Schweins dem des Menschen stark ähnelt. Zudem ist die LMU eine von nur fünf Universitäten in Deutschland mit einer eigenen tierärztlichen Fakultät, an der Forschung für Tiere an einer entsprechend großen Bandbreite an Tierarten durchgeführt wird.

3H-Prinzip an LMU und Klinikum

Unter 3H versteht man Verbesserungen der Haltungsbedingungen und des Handlings sowie die Gewöhnung (Habituation) der Tiere an ihr Umfeld, um Stress zu vermeiden und das Wohlbefinden der Tiere zu steigern.

Was tun LMU und Klinikum im Sinne der 3H?

  • Wir bemühen uns, unseren Tieren Haltungsbedingungen zu bieten, die über die gesetzlichen Vorgaben hinausgehen. So verfügen beispielsweise einige Einrichtungen für die Haltung von Ratten über Käfige mit zwei Ebenen und größerer Fläche, andere geben Schweinen Auslauf im Freien und wieder andere halten Kaninchen in Gruppen am Boden.

  • Alle unsere Tiere erhalten ausreichend Zeit, um sich an ihre (neue) Umgebung zu gewöhnen.

  • Wo es möglich ist, werden Tiere durch Methoden wie Klickertraining zu freiwilliger Mitarbeit im Versuch bewegt, sodass Stress minimiert wird.

  • Einige Einrichtungen haben das sogenannte „Tunneling“ für die Handhabung von Mäusen eingeführt oder planen dies. Beim direkten Ergreifen der Mäuse, z. B. beim Umsetzen, entsteht Stress. Durch die Nutzung von Röhren (Tunneln), in die die Tiere freiwillig kriechen, können sie schonend in neue Käfige umgesetzt werden.

Culture of Care an LMU und Klinikum

  • Unsere Verantwortung gegenüber den Tieren hat an der LMU und dem Klinikum einen besonders hohen Stellenwert. Wir versuchen die Haltungsbedingungen für unsere Tiere zu verbessern und Methoden zu entwickeln, die das Wohlergehen der Tiere fördern und Tierversuche in Teilen ersetzen können. Die Basis hierfür ist eine gemeinsame „Culture of Care“.

  • Um zu gewährleisten, dass sich alle Personen auf dem aktuellen Wissensstand befinden, müssen sich die Tierpflegerinnen und Tierpfleger sowie alle an Tierversuchen Beteiligten jährlich mindestens acht Stunden fortbilden. Hierzu hat die LMU zwei Fortbildungsreihen ins Leben gerufen, die sich an Tierpfleger, Tierschutzbeauftragte und Tierhaltungsleitungen richtet.

  • Bevor Versuchsdurchführende mit Tieren arbeiten dürfen, müssen sie zunächst einen behördlich anerkannten Kurs absolvieren. Anschließend erfolgt die praktische Ausbildung, die in einigen unserer Einrichtungen zunächst die Einarbeitung anhand von Videos umfasst, gefolgt von Übungen an Dummies und toten Tieren. Erst danach ist der Umgang mit lebenden Tieren erlaubt.

  • Zur Förderung der „Culture of Care“ haben wir uns Leitlinien gegeben, an die sich alle Personen, die mit Tieren umgehen, halten.

  • Wir fördern die offene und transparente Kommunikation zu Tierversuchen und sind deshalb auch der Initiative Transparente Tierversuche beigetreten.

Aktuelle Projekte zur weiteren Verbesserung des Tierwohls

  • Zusammenlegung von Tierhaltungen in modernen Neubauten

  • Schonendes Handling von Mäusen durch „Tunnel-Handling“

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